2025 setzt die Akademie die strategische Weiterentwicklung fort, inhaltlich und in der Führung: mit einem Wechsel in der acatech Doppelspitze und der neu geschaffenen Position der wissenschaftlichen Geschäftsführung. Mitgliederversammlung und Senat heißen zudem neue engagierte Köpfe willkommen.

Gesamtorganisation

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften ist mit ihrer umfangreichen Arbeit in der überparteilichen, interdisziplinären, branchenübergreifenden Beratung von Politik und Gesellschaft in technologiepolitischen Zukunftsfragen eine Institution für echten Fortschritt in diesem Sinne. Wir brauchen ihre gesammelte Expertise dringender als jemals zuvor.

Bundeskanzler Friedrich Merz auf der acatech Festveranstaltung 2025

Ein besonderes Aufbruchssignal ging von der acatech Festveranstaltung aus. acatech Mitglieder, Senatorinnen und Senatoren mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erlebten im Berliner Konzerthaus einen Abend, der Mut macht und zur Tat ruft. Bundeskanzler Friedrich Merz unterstrich die Bedeutung von Wissenschaft, Technologie und Innovation. „Im Bereich der Forschung und Entwicklung wird sich entscheiden, wie die Zukunft unseres Landes und wie die Zukunft Europas aussehen wird: wie frei, wie wohlhabend, wie sicher wir leben werden können.“ Rafael Laguna de la Vera entwarf die Vision einer Gründerzeit 2.0, bevor Jens Fabrowski in die Zukunft kognitiver Robotik einführte. acatech Präsidentin Claudia Eckert und acatech Präsident Thomas Weber formulierten den Auftrag des Abends: Geschwindigkeit und langer Atem. Ihre Botschaft an die Gäste: „Gemeinsam erreichen wir mehr.“

Impressionen von der acatech Festveranstaltung 2025 | © alle Fotos: acatech/David Ausserhofer

Das Jahr 2025 kennzeichneten geregelte Wechsel an der Spitze der Akademie: Im Juli übernahm Claudia Eckert das Amt der wissenschaftlichen Präsidentin der Akademie von Jan Wörner. Kurz zuvor übernahm Anna Frey die wissenschaftliche Geschäftsführung und arbeitet seither eng mit dem administrativen Geschäftsführer Wolfgang Siegel zusammen. Eine weitere Nachfolge brachte acatech im November auf den Weg: Das Präsidium wählte Siegfried Russwurm zum künftigen Präsidenten der Wirtschaftsseite. Siegfried Russwurm übernahm die Präsidentschaft zum 1. April 2026 von Thomas Weber und bildet gemeinsam mit Claudia Eckert die Doppelspitze der Akademie.

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Die bereits 2024 initiierte Organisationsentwicklung setzte acatech im Jahr 2025 um: Neben Projekten der wissenschaftlichen Politik- und Gesellschaftsberatung werden transferorientierte Projekte nach einer Inkubationsphase innerhalb der Akademie unter dem Dach der rechtlich eigenständigen acatech Stiftung realisiert. Damit wird die wissenschaftliche Beratung der Akademie organisatorisch klar von den Transferaktivitäten getrennt.


Mitglieder

Die Mitglieder von acatech werden aufgrund ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in die Akademie aufgenommen. Im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung im Oktober 2025 hat die acatech Mitgliederversammlung 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewählt. Alle haben ihre Zuwahl angenommen. Damit stellen sie ab sofort ihre wissenschaftliche Expertise in den ehrenamtlichen Dienst der unabhängigen, gemeinwohlorientierten Politik- und Gesellschaftsberatung von acatech. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stammen aus den Ingenieurwissenschaften, den angewandten Naturwissenschaften sowie den Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Mit der Aufnahme von neuen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern engagieren sich 701 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als acatech Mitglied.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf der acatech Festveranstaltung bekräftigt, wie bedeutend die gesammelte Expertise im Bereich Forschung und Entwicklung für die Zukunft Deutschlands und Europas ist. Damit aus Ideen Wertschöpfung und langfristige Souveränität entstehen können, braucht es die klügsten Köpfe, die gemeinsam etwas bewegen. Die Arbeit der Akademie fußt auf der wissenschaftlichen Exzellenz in einer einzigartigen technikwissenschaftlichen Bandbreite: Die interdisziplinäre Zusammenarbeit unserer Mitglieder ermöglicht tragfähige Antworten auf die innovationspolitischen Fragen unserer Zeit.

acatech Präsidentin Claudia Eckert

Auf ihrer jährlichen Versammlung stellten die acatech Mitglieder Weichen für die Entwicklung der Akademie. Gemeinsam mit Thomas Weber gab Claudia Eckert einen Überblick über die Akademiearbeit: Mehr als 20 Projekte, 13 Themennetzwerke und Arbeitskreise, über 30 Publikationen und 130 Veranstaltungen dokumentieren die Bandbreite der Beratungsleistung in Innovationsfragen.

Die neu gewählten Mitglieder stellten sich und ihre Forschung vor. Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war der Impulsvortrag von Julia Arlinghaus. Die Professorin für Logistik & Supply Chain Management an der Universität St. Gallen ist seit 2024 acatech Mitglied. Sie widmete sich den fragilen globalen Lieferketten und ging der Frage nach, ob neue Technologien ein Stabilisator oder ein Risikoverstärker sind und wie der Balanceakt zwischen Fortschritt, Regulierung und finanzieller Tragfähigkeit gelingen kann. Zudem stimmte die Mitgliederversammlung über eine Neufassung der acatech Satzung ab und wählte die langjährigen acatech Mitglieder Jürgen Beyerer und Michael Zäh ins acatech Präsidium.

Vorstellung neuer Mitglieder auf der Mitgliederversammlung im Oktober 2025 | © acatech/David Ausserhofer


Senat

Der acatech Senat bildet neben den Mitgliedern die zweite Säule der Akademie. Senatorinnen und Senatoren sind führende Persönlichkeiten aus technologieorientierten Unternehmen sowie Verbänden und großen Wissenschaftsorganisationen. Sie beraten die Akademie zu strategischen Fragen und ergänzen die wissenschaftliche Expertise um wirtschaftliche Anwendungsperspektiven.

Auf der Senatsveranstaltung trafen sich die Senatorinnen und Senatoren im Juni 2025 in München beim Health-Tech-Spezialist Brainlab. Die Bedeutung technologischer Innovation für Souveränität, Wachstum und Wohlstand war das Leitthema des Tages. Dabei wurde deutlich: Angesichts geopolitischer Instabilität, eines verschärften Wettbewerbs und rasanter technologischer Entwicklungen gilt es, die Kooperation der zentralen Akteure auszubauen – um auch in Zukunft in Sicherheit, Freiheit und Wohlstand leben zu können.

Die acatech Senatsveranstaltung in München zu Gast bei Brainlab: acatech Senatsvorsitzender und Präsident Thomas Weber und Stefan Vilsmeier begrüßen die Gäste. | © David Ausserhofer/acatech

Der acatech Präsident und Vorsitzende des Senats Thomas Weber begrüßte vier neue Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Mobilität und Technologie-Investment als neue Senatsmitglieder. Insgesamt engagieren sich 2025 111 Senatorinnen und Senatoren im acatech Senat (Stand: 31. Dezember 2025).

Präsidium und Vorstand

Die wissenschaftliche Leitung der Akademie obliegt dem Präsidium. Seine 18 Mitglieder repräsentieren die zwei Säulen aus Wissenschaft und Wirtschaft. Zwölf der Mitglieder werden von der Mitgliederversammlung gewählt, sechs werden aus dem acatech Senat berufen. Claudia Eckert und Siegfried Russwurm (ab 1. April 2026) repräsentieren als acatech Präsidenten und Doppelspitze die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern und Senat, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Vizepräsidentinnen sind Ann-Kristin Achleitner und Ursula Gather, die Vizepräsidenten Stefan Oschmann und Christoph M. Schmidt. Der acatech Vorstand setzt sich aus der Präsidentin, dem Präsidenten und der Geschäftsführung zusammen.


Kuratorium

Das acatech Kuratorium vereint Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Unter dem Vorsitz von Henning Kagermann unterstützt es insbesondere den Vorstand bei der strategischen Ausrichtung der Akademie. Das Kuratorium kommt halbjährlich zusammen und bestand 2025 aus 21 Mitgliedern.


Schnieder-Preis JUNGE MACHERIN 2025

Mit dem Schnieder-Preis JUNGE MACHERIN fördert acatech aus der Akademie heraus weibliche Talente in den Technikwissenschaften und motiviert zur Fortsetzung ihrer Karriere. Die Auszeichnung ist mit 3.000 Euro dotiert und richtet sich an Absolventinnen technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge, die ihr Studium mit einer hervorragenden Masterarbeit abgeschlossen haben und sich mit besonderem sozialem Engagement hervortun. Nominiert werden die Kandidatinnen ausschließlich von acatech Mitgliedern.

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JUNGE MACHERIN 2025: Teena tom Dieck

Die JUNGE MACHERIN 2025 ist Teena tom Dieck. Mit ihrer herausragenden Masterarbeit aus dem Gebiet der Molekularen Kommunikation, einem beeindruckenden akademischen Werdegang und ehrenamtlichem Engagement hat sie die Jury überzeugt.

Die Molekulare Kommunikation ist ein neues und interdisziplinäres Forschungsgebiet der Nachrichtentechnik. Es verspricht neue Lösungsansätze für wichtige Probleme unserer Zeit. Dazu zählen die gezielte Medikamentengabe, die effiziente Entwicklung von Bioprozessen oder die Modellierung von Virenausbreitung. Damit kann sie zu einer künftigen Schlüsseltechnologie werden. Die Jury würdigte Teena tom Dieck im Kreise ihrer Wegbereiterinnen und Wegbereiter an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dort hat Teena tom Dieck sowohl ihre Bachelor- als auch ihre Masterarbeit verfasst und bereitet sich auf ihre Promotion vor. Die Jury des Schnieder-Preises lobt die wissenschaftliche Exzellenz der Preisträgerin und zugleich ihr gesellschaftliches Engagement. Neben Teena tom Dieck lobt die Jury die Leistungen von drei weiteren nominierten Absolventinnen, Lisa Hetzel, Annika Bätz und Agathe Louise Anne Guillemet, und unterstreicht damit die hohe Qualität des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Katharina und Antonio Schnieder mit Preisträgerin Teena tom Dieck (Mitte) | ©: acatech
Katharina Schnieder (li.) gratuliert der Preisträgerin Teena tom Dieck (re.). | © acatech
Preisträgerin Teena tom Dieck bei der Führung durch die Laboratorien | © acatech
Dekan Marc Stamminger, Lehrstuhlleitung Robert Schober, Preisträgerin Teena tom Dieck, Lehrstuhlleitung Kathrin Castiglione und Vizepräsident People Andreas Hirsch (v. l. n. r.) von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) | © acatech

Geschäftsstelle

Das acatech Forum in München ist Hauptsitz der Akademie. Hier sind die Geschäftsleitung sowie ein Großteil der Mitarbeitenden tätig. In Berlin ist acatech über ein Hauptstadtbüro vertreten. Das acatech Büro in Brüssel koordiniert die Vernetzung der Akademie auf EU-Ebene. Insgesamt waren im Jahr 2025 an den Standorten 193 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, rund 63 Prozent davon Frauen. 35 studentische Hilfskräfte unterstützten zudem im selben Zeitraum die Akademie.


Finanzen

acatech ist eine gemeinnützige Einrichtung. Die institutionelle Förderung leisten Bund und das Sitzland Bayern (1,25 Mio. € durch den Bund, 2,5 Mio. € durch das Sitzland Bayern). Hinzu kommen projektbezogene Fördermittel aus öffentlicher und privater Hand.