„Im Bereich der Forschung und Entwicklung wird sich entscheiden, wie die Zukunft unseres Landes und wie die Zukunft Europas aussehen wird: wie frei, wie wohlhabend, wie sicher wir leben werden können.“ Dieses Zitat von Bundeskanzler Friedrich Merz auf der acatech Festveranstaltung 2025 zeigt: Das Bewusstsein, wie bedeutend Innovationsfähigkeit für die Zukunft und Sicherheit Deutschlands und Europas ist, war selten größer. Es gilt, gemeinsam die besten Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass aus exzellenter Forschung erfolgreiche Innovationen entstehen – beflügelt von politischer Unterstützung und gesellschaftlicher Trägerschaft. Wissen schnell in nutzbare Innovationen zu bringen, fokussiert zu bleiben, neue Zukunftstechnologien früh gemeinwohlorientiert einzubeziehen und dabei gesellschaftliche Anforderungen transparent in den Dialog einzubinden – dafür setzt sich acatech ein.
Strategiekreis für Technologie und Innovation – Beratung des Bundeskanzlers und des Kabinetts
Mit dem Strategiekreis für Technologie und Innovation hat Bundeskanzler Friedrich Merz das höchste technologie- und innovationspolitische Beratungsgremium der Bundesregierung ins Leben gerufen. Führende Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft analysieren aktuelle Entwicklungen, Erkenntnisse und Trends im Innovationskreislauf. Der Steuerkreisvorsitz liegt bei acatech Präsident Thomas Weber. Gemeinsam erarbeiten die Expertinnen und Experten Vorschläge, wie sich Forschungs- und Innovationssystem, Resilienz, Verteidigungsfähigkeit sowie technologische Souveränität stärken lassen. Dafür stößt das Gremium konkrete Umsetzungsinitiativen an und begleitet sie mit dem Ziel, die Innovationsstärke des Wirtschaftsstandorts Deutschlands in Europa spürbar zu steigern, Synergien zu heben und vorhandene Potenziale auszuschöpfen.
Eine bei acatech angesiedelte Geschäftsstelle koordiniert die Arbeit des Strategiekreises. Sie stellt eine fundierte Wissens- und Diskussionsgrundlage für die Beratung der Bundesregierung bereit und begleitet Taskforces, die zentrale Beratungsergebnisse in die Umsetzung bringen.

Am 6. November 2025 lud Bundeskanzler Friedrich Merz zur Auftaktsitzung ins Bundeskanzleramt. Neben dem Bundeskanzler vertraten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger sowie der Chef des Bundeskanzleramts Thorsten Frei die Bundesregierung. Der Fokus des ersten Treffens lag auf der Stärkung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Die Teilnehmenden erörterten auf Basis aktueller Initiativen der Bundesregierung Möglichkeiten, Beschaffungsprozesse weiter zu beschleunigen, den Fähigkeitsausbau durch bürokratiearme Innovationsräume und iterative Ansätze zu fördern sowie Skaleneffekte in der Produktion zu erzielen.
Die weltweit hohe Entwicklungsdynamik der Künstlichen Intelligenz und ihre Potenziale für Produktivitätssteigerungen in Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung machten die Teilnehmenden zum weiteren Thema der ersten Sitzung. Der Konsens: Diese Zukunftstechnologie ist nicht mehr allein unter dem Gesichtspunkt von Wertschöpfung und Wohlstand zu betrachten. Sie muss auch im Kontext aktueller gesellschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen diskutiert werden.
Sein Ambitionsniveau hat der Strategiekreis auf Basis eines umfassenden Benchmarkings zu den Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen Vergleich definiert. Kraftvolle Initiativen und eine substanzielle Verbesserung der Rahmenbedingungen: Damit sollen Transferpotenziale entlang der gesamten Innovationskette erschlossen werden. Mit der von Bundeskanzler Friedrich Merz eingesetzten Taskforce „Innovationspotenziale im Defence-Bereich“ hat eine erste Initiative bereits ihre Arbeit aufgenommen.
Mit der Vorbereitung und Steuerung des Strategiekreises für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers vertraut auch die Bundesregierung der gegenwärtigen Legislatur auf die Beratung und die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft durch acatech. Damit knüpft das Gremium an den Zukunftsrat des Bundeskanzlers an. Zentrale Empfehlungen dieses Gremiums haben Einzug in Regierungshandeln gefunden – so hat sich die Hightech Agenda Deutschland die Definition eines Schlüsseltechnologieportfolios und die Erarbeitung von Technologie-Roadmaps als Ziele gesetzt.
Innovationssystem Deutschland

Dritte Studie fragt nach Synergien zwischen ziviler und militärischer Forschung
Nur durch Innovation bleibt die deutsche Volkswirtschaft wettbewerbsfähig und kann langfristig wachsen. Und nur eine starke Wirtschaft schafft die Voraussetzungen und Ressourcen, um neue Denkansätze und Technologien zu entwickeln, mit denen wir uns globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel stellen.
Die Fähigkeit zur Erneuerung ist voraussetzungsreich: Sie hängt von den Kompetenzen vieler Einzelner ab und davon, wie gut sie zusammenarbeiten. Sie braucht ebenso politische, ökonomische und geistige Rahmenbedingungen, die den Transfer zwischen Erfindung und unternehmerischer Umsetzung fördern.
Im Projekt Innovationssystem Deutschland erkundet acatech seit 2022, wie sich dieses Umfeld verbessern lässt. Die ersten beiden Publikationen widmeten sich der Fachkräftesicherung und einer effizienteren, agileren öffentlichen Verwaltung. Eine dritte Studie war 2025 in Arbeit und erscheint im Sommer 2026. Sie geht von der These aus, dass Deutschland seine technologische Souveränität stärken muss, um die Freiheit und Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger zu schützen.
Das Projektteam um acatech Präsidentin Claudia Eckert und acatech Präsidiumsmitglied Christoph M. Schmidt untersucht, wie sich zivile und militärische Innovationen besser verknüpfen lassen, und fragt:
- Wie effektiv nutzt Deutschland sein wissenschaftliches Potenzial, seine Fördermittel für die Forschung und die Beschaffung von staatlicher Seite für seine Sicherheitsinteressen?
- Wie schnell bringen wir Ideen mit militärischen und zivilen Anwendungsmöglichkeiten vom Labor bis zur Marktreife und zur Einsatzfähigkeit, und wie gut vernetzen wir dabei alle Akteure in Wissenschaft, Wirtschaft und Militär?
- Inwiefern bremsen uns tradierte Innovations- und Beschaffungswege, und welche Ansätze gibt es, diese Prozesse zu beschleunigen?
- Wie bewusst ist uns der Dual-Use-Charakter eigener Forschung, und wie schützen wir uns davor, dass sie gegen uns eingesetzt wird?
- Wie erleichtern wir den Einsatz privaten Kapitals in der Verteidigungsforschung, und wo stehen wir uns bei diesem Ziel selbst im Weg?
Die dritte Studie des Innovationssystems Deutschland wird im Laufe des Jahres 2026 veröffentlicht.
- Claudia Eckert spricht auf der Startveranstaltung zur Hightech Agenda
- Strategiekreis für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers betont den Stellenwert von Innovationen für Deutschland
- Strategiekreis für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers berät zu Künstlicher Intelligenz und Innovationen im Verteidigungsbereich