Deutschland verfügt über eine starke Forschung über KI und datenbasierte Anwendungen, bleibt aber in der Nutzung und Skalierung hinter den Möglichkeiten zurück. acatech stärkt deshalb gezielt die Datenökonomie und unterstützt die Entwicklung von Datenräumen, die Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand vernetzen, vertrauenswürdigen Datenaustausch ermöglichen und so Grundlagen für Künstliche Intelligenz und datenbasierte Geschäftsmodelle schaffen. Damit fördert acatech die digitale Souveränität in Deutschland und Europa. Nach einer Inkubationsphase in der Akademie werden praxisorientierte Projekte in die acatech Stiftung überführt.
MISSION KI

Künstliche Intelligenz hat sich zu einer Schlüsseltechnologie für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation entwickelt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Qualität und verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen. Genau hier setzt MISSION KI an. Die Initiative hat dafür geeignete Grundlagen geschaffen: durch bessere Zugänge zu Daten, überprüfbare Qualitätsstandards und Formate, die den Transfer von Forschungsergebnissen in wirtschaftliche Anwendungen unterstützen.
MISSION KI hat 2025 ihre Rolle als Dachinitiative zur Stärkung des deutschen KI-Standorts voll entfaltet. Aufbauend auf ihre Vorarbeiten der Jahre 2023 und 2024 entwickelte MISSION KI im Berichtsjahr Open-Source-Werkzeuge, validierte einen Qualitätsrahmen für KI-Anwendungen und verankerte Transferformate in Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Wirkung der Initiative zeigt sich auch quantitativ: Das Innovations- und Qualitätszentrum (IQZ) Berlin im Deutschen Technikmuseum zog über 70.000 Besucherinnen an. In mehr als fünfzig Fachveranstaltungen, Workshops und Webinaren wurden KI-Anwendungen, regulatorische Entwicklungen und gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Auswirkungen diskutiert. Aus dem AI Founder Fellowship entstanden sechs Venture-Projekte – exemplarisch für den erfolgreichen Transfer exzellenter Forschung in marktorientierte Anwendungen.

Open Source als Baustein einer souveränen Datenökonomie
MISSION KI stellte 2025 offene, praxistaugliche Software-Bausteine bereit, um die Interoperabilität und Nutzbarkeit von Daten in der Datenökonomie zu stärken. Unter MIT-Lizenz veröffentlicht, vereinfachen diese Lösungen das Teilen und Nutzen von Daten und stärken Datenräume. Die Datensatz-Suchmaschine Daseen ermöglicht gemeinsam mit dem Extended Dataset Profile Service (EDPS) eine quellenübergreifende Recherche und systematische Bewertung von Daten.

Projekte wie Urban Twin Link zeigen, wie Datenraumtechnologien in konkrete Anwendungen überführt werden können, etwa durch die Anbindung externer Mobilitäts- und Logistikdaten an digitale Zwillinge von Kommunen.

Ein zentrales Referenzprojekt für die Nutzung von Datenraumtechnologien ist der Datenraum Medien. Hier kooperierten 2025 erstmals öffentlich-rechtliche und private Medienhäuser, darunter ARD, ZDF, RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 und die dpa. Sie erprobten eine dezentrale Infrastruktur, in der die Daten beim jeweiligen Anbieter bleiben; nur Analyseergebnisse werden geteilt. Anhand von Deepfake-Erkennung und Nachrichtenverifikation wurde demonstriert, wie dieses Prinzip souveräne Datenverarbeitung auch in sensiblen Bereichen ermöglicht. Der weitere Aufbau eines Datenraums Medien wird von der acatech Stiftung orchestriert.
Ein klarer Rahmen für die KI-Qualität
Der EU AI Act führte 2024 verbindliche Anforderungen für Hochrisiko-KI ein. Gleichzeitig besteht aber ein erheblicher Orientierungsbedarf für KI-Anwendungen unterhalb dieser Schwelle – also für die große Mehrheit der Systeme, die Unternehmen heute einsetzen. Um diese Lücke zu schließen, präsentierte MISSION KI im November 2025 den Qualitätsstandard für Niedrigrisiko-KI.

Der Standard übersetzt Prinzipien wie Transparenz, Nicht-Diskriminierung und Verlässlichkeit in sechs klar definierte und prüfbare Qualitätsdimensionen. Das begleitende digitale Prüfportal führt Unternehmen und Organisationen strukturiert durch den Prüfprozess und steht als Open Source Lösung Organisationen auch für den kostenfreien internen Betrieb zur Verfügung. Mit Partnern wie CLAAS, ZEISS, der KfW und BeIntelli hat MISSION KI den Ansatz zuvor erprobt. Damit wird KI-Qualität überprüfbar und zu einem Wettbewerbsvorteil.
Innovations- und Qualitätszentren für Dialog und Transfer
Der persönliche Austausch trägt ganz besonders zur Verbreitung von Wissen und Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz bei. Die Innovations- und Qualitätszentren (IQZ) der MISSION KI dienen als zentrale Orte des Dialogs, der Einordnung und des Transfers und bieten Orientierung für Fachöffentlichkeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Im Januar 2025 eröffnet, entwickelte sich das IQZ Berlin im Deutschen Technikmuseum zu einem bundesweit sichtbaren Ort des gesellschaftlichen Dialogs. Parallel stärkt das IQZ Kaiserslautern in enger Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) den Transfer in industrielle Anwendungsszenarien und adressierte insbesondere den Mittelstand.
Brückenschlag von der Forschung in den Markt
Um den Übergang von Forschung in unternehmerische Praxis zu erleichtern, setzt MISSION KI auch auf gezielte Transferformate. Das AI Founder Fellowship begleitete sechs ausgewählte Teams über neun Monate dabei, Forschungsergebnisse in unternehmerische Vorhaben zu überführen. Neben finanzieller Unterstützung sowie Zugang zu IT-Dienstleistungen erhielten die Teams intensive fachliche Unterstützung und Begleitung durch Trainer, Mentoren und Coaches zur Entwicklung marktfähiger Geschäftsmodelle. Ein Abschlusspitch ermöglichte den Gründungsteams direkten Zugang zu potenziellen Investoren.
Die Wirkung von MISSION KI zeigte sich auch jenseits der einzelnen Umsetzungsprojekte. Ein Beispiel ist das Heidelberger Unternehmen Q.ANT, das 2025 mithilfe von MISSION KI eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 62 Millionen Euro für die Skalierung photonischer Prozessoren einwerben konnte. Das Matchmaking-Programm von MISSION KI brachte mittelständische Unternehmen und KI-Start-ups zusammen – bundesweit entstanden in über hundert Einzelgesprächen konkrete Kooperationen, und die Integration von passenden KI-Lösungen in mittelständischen Unternehmen wurde dadurch erleichtert.
Mit Abschluss der Projektlaufzeit Ende 2025 hinterlässt MISSION KI tragfähige Fundamente: Die technische Machbarkeit souveräner Datenräume ist nachgewiesen, ein praxistauglicher Qualitätsrahmen etabliert und der Transfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand wirksam gestärkt. Auf dieser Basis kann der KI-Standort Deutschland seine Entwicklung eigenständig fortsetzen.
Mobility Data Space: Daten- und KI-basierte Lösungen für Mobilität und Logistik

Der Mobility Data Space (MDS) schafft eine Infrastruktur für den Austausch mobilitätsbezogener Daten. In dem vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) geförderten Datenökosystem können Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Forschungspartner Daten selbstbestimmt bereitstellen und nutzen. Ziel ist es, innovative, umwelt- und nutzerfreundliche Mobilitätskonzepte zu ermöglichen und weiterzuentwickeln. Die technische Architektur des MDS wird dabei so konzipiert, dass sie mit nationalen und europäischen Initiativen interoperabel ist und sich in entstehende Datenraumstrukturen in Europa einfügt.
Digital souverän mit starken Partnern
Ein Schwerpunkt des Jahres 2025 war der Ausbau strategischer Partnerschaften. Dadurch soll es gelingen, daten- und KI-basierte Anwendungen für die Mobilität und Logistik zu entwickeln und umzusetzen. Wichtige Schritte für die Skalierung in der Datenökonomie sind bereits realisiert: So arbeitet der Mobility Data Space künftig enger mit der IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr zusammen, um die Wirtschaft und öffentliche Hand zu befähigen, daten- und KI-basierte Lösungen in Schlüsselbereichen der Mobilität umzusetzen. Im Zentrum dieser Partnerschaft stehen Themen wie die Konnektivität über automatisiertes Fahren und vorausschauende Instandhaltung, das städtische Datenmanagement, digitale Zwillinge für Flottenanwendungen sowie digitale Plattformen und Services.
Was eine solche Unterstützung konkret bedeutet, erläutert MDS-Geschäftsführer Marc Augusto am Beispiel des automatisierten Fahrens: „Mit der IAV als Ankerpartner kann der Mobility Data Space zentrale Schritte im automatisierten Fahren unterstützen – von der Vorbereitung regulatorischer Prozesse über Datenharmonisierung und Interoperabilität bis hin zur Umsetzung skalierter Betriebsmodelle. Leistungsfähige Datenräume sind dabei entscheidend für einen sicheren und verlässlichen Betrieb komplexer Gesamtsysteme.“
Austausch innerhalb der Daten-Community
Neben dem Ausbau der technischen Infrastruktur stärkt der Mobility Data Space auch den Austausch innerhalb der Datenökonomie. Mit Formaten wie der After-Work-Reihe „MDS Connect“ bringt der Datenraum Mitglieder und Interessierte der Data-Sharing-Community in einem kleineren Rahmen zusammen, um aktuelle Themen der Datenökonomie zu diskutieren. Ergänzend dazu vermittelte das Onlineformat „MDS Explains“ Einblicke in ausgewählte Fachthemen – im Jahr 2025 etwa in regulatorische Entwicklungen wie den EU Data Act.
Ein zentraler Treffpunkt war 2025 erneut das MDS Community Event in Partnerschaft mit der Volkswagen Group Info Services AG. Unter dem Titel „Fahrzeugdaten im Fluss – Wege in eine vernetzte Mobilitätszukunft“ diskutierten rund 130 Teilnehmende aktuelle Entwicklungen rund um Fahrzeug- und Mobilitätsdaten. Darüber hinaus präsentierte sich der Mobility Data Space 2025 wieder auf Fachmessen und Branchenveranstaltungen, etwa auf der IAA Mobility, dem UITP Summit sowie der Smart Country Convention, und zeigte dort zum Beispiel, wie innovative Mobilitätslösungen für Städte, Regionen und Verwaltungen, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr, vom MDS profitieren können.
Deployment of the common European Mobility Data Space

Digitale Daten sind auch für die Mobilität der Zukunft eine zentrale Grundlage, sind allerdings in Europa bislang häufig fragmentiert: Sie liegen in unterschiedlichen Systemen, Formaten und Organisationen vor und lassen sich nur eingeschränkt gemeinsam nutzen. Der Aufbau eines europäischen Mobilitätsdatenraums soll diese Potenziale erschließen. Das EU-Projekt deployEMDS (Deployment of the common European mobility data space) unterstützt den Aufbau eines dezentral organisierten Europäischen Mobilitätsdatenraums (EMDS) und erprobt dessen praktische Umsetzung in europäischen Städten und Regionen.
Bestehende Mobilitätsdatenräume in Europa föderieren
deployEMDS will bestehende Mobilitätsdatenräume und -infrastrukturen in Europa miteinander föderieren, um Mobilitätsdaten sicher, vertrauenswürdig und interoperabel auszutauschen. Damit schafft das Projekt zentrale Grundlagen für die Weiterentwicklung des EMDS und macht Mobilitätsdaten europaweit nutzbar.

acatech koordiniert das Konsortium mit über vierzig Partnern aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft und verantwortet die strategische Gesamtausrichtung des Projekts. Im Mittelpunkt steht ein neuer Ansatz des Datenaustauschs: Mobilitätsdaten verbleiben dezentral bei den jeweiligen Datenhaltern und werden über eine föderierte Infrastruktur europaweit auffindbar und nutzbar gemacht. Ein gemeinsamer Metadatenkatalog zeigt, wo relevante Daten verfügbar sind, während standardisierte Schnittstellen und automatisierte Anfragetools den Austausch erleichtern.

Der deployEMDS vernetzt regionale Plattformen grenzüberschreitend, ohne auf einen zentralen nationalen Akteur zurückzugreifen. So entstehen föderierte Datenräume, die europäische Standards mit einer robusten technischen Infrastruktur und gemeinsamen Governance-Strukturen verbinden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist der enge Austausch mit Städten, Regionen und weiteren beteiligten Akteuren. In neun europäischen Städten und Regionen werden 16 nationale Fallbeispiele sowie drei europaweite Anwendungen erprobt, um die Grundinfrastruktur unter realen Bedingungen zu testen. Die Anwendungsfälle lassen sich in drei Bereiche unterteilen: erstens Verbesserung des Verkehrsmanagements, zweitens Austausch von multimodalen Daten der Mikromobilität wie Scooter oder Leihfahrräder und drittens Datenerhebung zur Effizienzsteigerung und Unterstützung bei evidenzbasierten politischen Entscheidungen. Das Projekt ist Teil des EU-Programms Digital Europe, startete im November 2023 und läuft bis Oktober 2026.
Datenraum Kultur

Angesichts der wachsenden Abhängigkeiten von nicht-europäischen Plattformen gewinnt eine souveräne digitale Infrastruktur auch für die Kultur- und Kreativwirtschaft deutlich an strategischer Bedeutung. Gleichzeitig rücken Kulturdaten durch die rasche Verbreitung großer Sprachmodelle stärker ins Zentrum von Forschung und Innovation. Für die Kultur- und Kreativschaffenden wird damit eine zentrale Frage drängender: Wie lassen sich Daten nutzen, ohne die Kontrolle über Inhalte, Rechte und Erlöse zu verlieren?
Der Datenraum Kultur, gemeinsames Projekt von acatech, der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, ging 2025 in seine Abschlussphase und hat Konzept, Aufbau einer Community und Prototyp in ein betriebsfähiges Gesamtbild gebracht.
Die intensive Arbeit mündete in die Ergebnispräsentation am 3. Juli 2025 in Hamburg. Dort kamen Projektpartner und interessierte Öffentlichkeit zusammen, um auf die Meilensteine der Initiative zurückzublicken und Ergebnisse zu diskutieren: von der technischen Infrastruktur bis zu den praktischen Anwendungsszenarien.
Datenräume sind nicht noch eine Plattform, sondern ein Ordnungsrahmen für sichere und verifizierte digitale Daten.
Stefan Decker, Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und Datenraum Kultur-Forschungspartner
Inhaltlich besonders wertvoll für die Einordnung des Projekts ist die Perspektive aus der Datenraumforschung: Projektpartner Stefan Decker (Fraunhofer FIT/RWTH Aachen) betont, dass „Datenräume nicht noch eine Plattform sind, sondern ein Ordnungsrahmen für vertrauenswürdige digitale Räume, in denen Daten und Akteure verifiziert, Regeln maschinenlesbar und Rechte durchsetzbar werden“. Diese Einordnung ist für den Kultursektor zentral, weil hier Schutzbedarfe, Rechteketten und heterogene Datenlagen stärker ausgeprägt sind als in vielen industriellen Domänen.
Mit Ende der Förderphase richtet sich der Blick auf einen dauerhaften Betrieb: Der Datenraum Kultur setzt dabei auf einen pragmatischen Ansatz statt auf eine unmittelbare Gesellschafterausgründung: Länder und Kommunen können Leistungen wie Betrieb, Onboarding und Weiterentwicklung bedarfsgerecht und flexibel beauftragen und schrittweise einsteigen. Das senkt Eintrittshürden, schafft früh nutzbare Services und liefert zugleich reale Erfahrungswerte, die spätere Governance- und Rechtsformentscheidungen auf eine belastbare Grundlage stellen können.
Der Abschluss der Projektphase ist damit kein Endpunkt, sondern ein Übergang: Aus dem Projekt heraus sind bereits vielversprechende Anschlussvorhaben und Transferimpulse entstanden, wie der Datenraum Medien mit dem erfolgreichen Abschluss seines Vorprojekts unter Beweis stellte. Genau hier zeigt sich der strategische Kernnutzen des Datenraum Kultur: als übertragbares Modell für weitere sektorale Datenräume, die kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Wertschöpfung gleichermaßen stärken können.
Trusted European Media Data Space (TEMS)

Die europäische Datenökonomie entwickelt sich dynamisch – zugleich wächst der Bedarf an vertrauenswürdigen Datenräumen, die Datenaustausch über Organisations- und Landesgrenzen hinweg ermöglichen. Gerade im Mediensektor eröffnet ein solcher Ansatz neue Möglichkeiten: Daten aus Journalismus, Plattformökonomie und Medienproduktion können künftig sicher geteilt und gemeinsam genutzt werden. Der Trusted European Media Data Space (TEMS) setzt genau hier an: Das europäische Konsortium entwickelt einen Datenraum, der Medienorganisationen, Technologieanbietern und weiteren Akteuren eine souveräne und transparente Nutzung von Daten ermöglicht.
acatech konzentrierte sich 2025 auf die Governance eines europäischen Mediendatenraums. Innerhalb dieser Verantwortung entwarf die Akademie strategische Konzepte, die Entscheidungsprozesse für das gesamte TEMS-Konsortium liefern sollen. Ziel ist es, Anwendungsbeispiele und tragfähige Strukturen für die Zusammenarbeit in einem europaweiten Netzwerk mit mehr als vierzig Partnerorganisationen zu schaffen. Zusätzlich übernahm acatech die Funktion des Data Space Innovation Manager: In dieser Rolle organisiert und moderiert die Akademie das TEMS-Steering Committee, das das Konsortium strategisch berät.

Im Mai 2025 traf sich das TEMS-Konsortium zur Generalversammlung in Hamburg bei der Deutschen Presse-Agentur. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entwickelten die vorher erstellten Bedarfsanalysen weiter und diskutierten Optionen für die organisatorische Struktur des Datenraums. Ein weiterer zentraler Schritt folgte im November bei der Generalversammlung in Saragossa: Dort einigten sich die Partner darauf, für TEMS eine eigene Rechtseinheit zu gründen, die als Non-Profit-Organisation ausgestaltet werden soll.
Parallel dazu arbeitete das Konsortium an den inhaltlichen und organisatorischen Grundlagen des Datenraums weiter. Gemeinsam mit dem finnischen Partner 1001 Lakes beteiligte sich acatech maßgeblich an der Ausarbeitung der ersten Version des TEMS-Rulebooks. Dieses Regelwerk definiert zentrale Prinzipien für Governance, Datennutzung und Zusammenarbeit im Datenraum. Aufbauend darauf bereitet das Projektteam eine überarbeitete Fassung für die Europäische Kommission vor, die Anfang 2027 fertiggestellt wird. Weitere Arbeiten konzentrierten sich auf Vereinbarungen zu Data Space Services sowie auf eine Strategie für die Skalierung des Datenraums. Mit diesen Schritten legt TEMS die Grundlage für einen vertrauenswürdigen europäischen Datenraum im Mediensektor.
Gaia-X: Europas Schlüssel zur digitalen Souveränität

Deutschlands digitale Infrastruktur ist in zentralen Bereichen noch immer stark von außereuropäischen Anbietern abhängig. Microsoft, Google und Amazon – allesamt US-amerikanische Konzerne – dominieren den Markt für Clouddienste, auf die Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen täglich angewiesen sind. Politische oder regulatorische Veränderungen in den USA können direkten Einfluss auf Datenverfügbarkeit und Handlungsfähigkeit in Europa nehmen. Hinzu kommt, dass die Sicherheit europäischer Daten auf Servern außerhalb des EU-Rechtsraums nicht in jedem Fall gewährleistet ist. Technische Abhängigkeiten und hohe Wechselkosten – sogenannte Lock-in-Effekte – verstärken diese Situation: Ein Wechsel zu alternativen Anbietern bleibt für viele Organisationen aufwendig und kostspielig. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck, digitale Souveränität zu stärken und unabhängige europäische Alternativen voranzutreiben.
Souveräne und interoperable Datenräume sind der Schlüssel, um den digitalen Wandel in Europa eigenständig zu gestalten. Gaia-X treibt digitale Innovationen voran und stärkt die Souveränität. Gleichzeitig ermöglicht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Sektor. Diesen Schulterschluss brauchen wir, um branchen- und sektorübergreifend souverän Daten zu teilen. Nur so können wir die nächste Stufe an Innovationen ermöglichen.
Thomas Jarzombek, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Rahmen für souveräne Datenökosysteme
Mit Gaia-X entsteht ein offenes und interoperables Rahmenwerk für ein vertrauenswürdiges Datenökosystem, in dem Daten oder datenbezogene Dienste bereitgestellt und genutzt werden. Neben Cloudservices gehören ebenso Datenangebote und KI-Dienste dazu. Dieser Ansatz schließt Hyperscaler keineswegs aus, zur Wahlfreiheit gehört auch die Möglichkeit, bisher gängige Lösungen weiter nutzen zu können. Entscheidend für die Teilnahme an Gaia-X ist vielmehr, dass die Grundprinzipien Datensouveränität, Interoperabilität, Offenheit und Transparenz umgesetzt werden.
Nationale Anlaufstelle „Gaia-X Hub Germany“ und „wissenschaftliche Begleitforschung“
Die zentrale Andockstelle für Datensouveränität in Deutschland ist der Gaia-X Hub Germany. Er bündelt Aktivitäten, fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und unterstützt die praktische Umsetzung. Insgesamt hat der Hub Communities und branchenspezifische Arbeitsgruppen für 15 gesellschaftsrelevante Sektoren aufgebaut, unter anderem für die Landwirtschaft, Finanzwirtschaft, das Gesundheitswesen, die Mobilität, Industrie 4.0 und Energie. Die Koordination des Hubs und die „wissenschaftliche Begleitforschung“ für Gaia-X in Deutschland sind bei acatech angesiedelt.
Förderwettbewerb für datenbasierte Lösungen und Geschäftsmodelle
Seit Anfang 2022 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz elf Konsortien aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die im Rahmen des Gaia-X Förderwettbewerbs innovative Lösungen und Geschäftsmodelle für verschiedene Anwendungsbereiche entwickeln. Die durch acatech koordinierte „wissenschaftliche Begleitforschung“ begleitete diesen Prozess bis Juni 2025 und veröffentlichte bis zum Wettbewerbsende insgesamt 25 White Paper, Positionspapiere und Blogbeiträge. Die Ergebnisse können zukünftig als Referenzmodelle für weitere innovative Datenräume und zukunftsweisende datengetriebene Geschäftsmodelle dienen.
Wissenstransfer durch Kommunikation und digitale Formate
Parallel zur Forschungsarbeit macht der Gaia-X Hub Germany die Themen Datensouveränität und Datenräume kontinuierlich in Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit sichtbar. Der Hub setzte auf eine breit angelegte Kommunikationsarbeit mit begleitender Presse- und Medienarbeit, zielgruppenspezifischen Inhalten auf Social-Media-Kanälen, Informationsmaterialien – 2025 veröffentlichte der Gaia-X Hub drei Positions- sowie ein White Paper – sowie einem Blog rund um Gaia-X.
Ergänzend dazu bietet die 2025 gestartete digitale Lern- und Informationsplattform Campus vertiefende Inhalte und praxisnahe Einblicke in Datenräume, Governance-Modelle und konkrete Anwendungsfälle.
Gaia-X für Mittelstand und Verwaltung
Auch 2025 setzte der Hub die bereits im Vorjahr gestartete Gaia-X Roadshow quer durch Deutschland fort.
Ergänzend dazu war der Gaia-X Hub mit Informationsständen auf zentralen Leitmessen wie der Hannover Messe und der Smart Country Convention vertreten: Insgesamt waren es Auftritte auf drei Messen, sieben Konferenzen sowie zehn Roadshow-Stationen in ganz Deutschland. Den Abschluss bildete im November die Präsenz mit einem eigenen Pavillon auf dem ersten europäischen Digital-Gipfel, dem Summit on European Digital Sovereignty. Ziel aller Veranstaltungen ist es, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger direkt anzusprechen und das Wissen rund um Gaia-X und Datenraumtechnologien stärker in den Mittelstand und in Verwaltungen zu tragen.
- Datenraum Kultur
- deployEMDS – Deployment of a common European mobility data space (Projektwebseite)
- European Mobility Data Space
- Gaia-X Hub Deutschland– Zentrale Anlaufstelle für Interessierte am Gaia-X Ökosystem in Deutschland
- Gaia-X Hub (Projektwebsite)
- Gaia-X-Hub Lern- und Wissensplattform Campus
- MISSION KI – Nationale Initiative für Künstliche Intelligenz und Datenökonomie
- MISSION KI (Projektwebsite)
- MISSION KI – Urban Twin Link
- Mobility Data Space (MDS)
- Trusted European Media Data Space (TEMS) – Aufbau eines europäischen Datenraum-Ökosystems für Medien
- Trusted European Media Data Spaces (Projektwebsite)
- Datenräume für den Katastrophenschutz
- Datenräume für eine nachhaltige Luft- und Raumfahrtindustrie
- Domäne Planen-Bauen-Betreiben Positionspapier 4.0
- Gaia-X Datenräume für Kommunen und Regionen: Grundlagen, Nutzenpotenziale und Praxisimpulse
- Project deliverable D2.1 – Requirements analysis of the technical infrastructure
- AI Founder Fellowship-Programm: Spitzenforschende präsentieren Gründungen beim Demo Day
- Bessere Datenbasis für smarte Städte: MISSION KI vernetzt digitalen urbanen Zwilling mit Datenräumen
- Bessere Vernetzung des Datenökosystems: MISSION KI entwickelt neuartige Datensatz-Suchmaschine
- Bundesminister Wissing eröffnet KI-Zentrum in Berlin
- Daten- und KI-basierte Lösungen für Mobilität und Logistik umsetzen
- Digitale Souveränität in Europa im Fokus: Gaia-X als zentrales Thema beim Digital-Gipfel 2025
- Digitale Souveränität umsetzen
- eco-Fördermitglied Mobility Data Space möchte Resilienz im vernetzten Ökosystem Mobilität forcieren
- Effizientere Datennutzung – MISSION KI entwickelt Servicearchitektur zum Datenaustausch mit FAIR Digital Objects
- Gaia-X Hub Deutschland zeigt auf der Smart Country Convention 2025, wie Datenräume Verwaltungen in Städten und Gemeinden resilienter machen
- KI für den Mittelstand: MISSION KI vernetzt Unternehmen aus Schleswig-Holstein mit KI-Startups
- KI für den Mittelstand: MISSION KI vernetzt Unternehmen mit KI-Startups in Bayern
- KI-Qualität wird prüfbar: MISSION KI präsentiert Qualitätsstandard und digitales Prüfportal für Niedrigrisiko-KI
- MISSION KI präsentiert Datensatz-Suchmaschine und automatische Qualitätsbewertung für die präzise Datensuche
- MISSION KI und Noxtua veröffentlichen Open-Source-Software zur Weiterentwicklung
- MISSION KI „AI Founder Fellowship“: Spitzenforschende starten
- Mobility Data Space beim Mobility Innovation Summit 2025
- Neu in der Chef-Etage: Marc Augusto und Moritz Stober
- Projekt MegaBITS macht mithilfe des Mobility Data Space internationale Radverkehrsdaten verfügbar
- Stärkung der digitalen Souveränität: Deutsche Medienhäuser erproben Grundlagen einer gemeinsamen Dateninfrastruktur





