Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI) verändern tiefgreifend Wertschöpfungsnetzwerke und damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie bringen bisher neue Wettbewerber, Geschäftsmodelle und Märkte auf den Plan und erfordern deshalb die Bereitschaft zu grundlegendem strukturellem Wandel: Der Ausbau zirkulärer Wertschöpfung etwa erfordert eine systemische Abkehr von tradierten linearen Wertschöpfungsketten – zahlt dafür aber auf Nachhaltigkeitsziele, Resilienz und Souveränität in der Rohstoffversorgung ein. Grundlegende Veränderungen kommen auch auf Arbeitsprozesse und Karrierewege zu: Wichtig werden Future Skills und Metakompetenzen wie Anpassungsfähigkeit, Problemlösungsfähigkeit und Lernbereitschaft. Lebenslanges Lernen und Technologieoffenheit werden zu einer Grundvoraussetzung, um mit dem Wandel Schritt zu halten und individuelle Entwicklungschancen zu nutzen.
BatteryPass Ready

Warmlaufen für den Batteriepass: in der Testumgebung von BatteryPass Ready
Digitale Produktpässe sind zentrale Enabler einer Kreislaufwirtschaft. Sie machen relevante Produktdaten über Eigenschaften, Nutzung, Recycling effizient nutzbar. Das ist eine Voraussetzung, um beispielsweise den Zustand einer gebrauchten E-Fahrzeug-Batterie einzuschätzen und diese weiter zu nutzen oder in einer anderen Nutzung wiederzuverwerten. Deshalb gilt der digitale Batteriepass als eine Blaupause für digitale Produktpässe in anderen Bereichen.
2027 wird der Batteriepass EU-weit verpflichtend. Das Konsortialprojekt Battery Pass hat die Grundlagen für die Einführung gelegt. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) verlangt diese jedoch viel ab: Sie müssen ihr Datenmanagement umstellen und die technischen Voraussetzungen schaffen, was mit einem hohen Aufwand verbunden ist.
Im Folgeprojekt BatteryPass Ready stellt eine Projektgruppe aus Institutionen und Unternehmen im Bereich Kreislaufwirtschaft, Produktpässe und Testing diese Anforderungen ins Zentrum. acatech möchte mit seinen Projektpartnern – Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), Technische Universität Berlin, GEFEG sowie unterstützt durch Verbände als assoziierte Partner – den Schritt in die Umsetzung unterstützen. Die im April 2025 gestartete Initiative entwickelt ein universell einsetzbares Tool: eine Testumgebung, die den Akteuren in der Einführung digitaler Batteriepässe mehr Umsetzungs- und Planungssicherheit vermittelt. Die Umgebung erlaubt es Dienstleistern und Inverkehrbringern bereits während der Entwicklungsphase, ihre individuellen Lösungsansätze zu prüfen. So können sie sich vergewissern, ob ihre Lösung die EU-Standards erfüllt und kompatibel ist. acatech übernimmt innerhalb des Projekts die umfassende Stakeholder-Einbindung und verantwortet die inhaltliche Begleitung der Datenpunkte.
Dass Akteure aus dem Batterie-Ökosystem einen hohen Bedarf an Umsetzungssicherheit haben und sie ihre individuellen Anforderungen einbringen wollen, zeigt sich an der Fülle der Supporting Partner: Mehr als hundert Wirtschaftsakteure, Zulieferer, Dienstleister, Forschungseinrichtungen, Projekte und Initiativen bringen sich in die Projektentwicklung ein. Sie tragen durch ihre Teilnahme in Testgruppen, Befragungen und Veranstaltungen dazu bei, dass die Testumgebung den optimalen Mehrwert leisten kann: durch eine praxisnahe Ausgestaltung, die den realen Anforderungen der Community gerecht wird und damit für das gesamte Ökosystem nutzbar ist. Regelmäßige Webinare, Workshops und Gastbeiträge greifen begleitend aktuelle Entwicklungen auf.
Die assoziierten Projektpartner stellen zudem sicher, dass Verbände, KMU und Industrie eng in den Projektverlauf eingebunden sind. Assoziierte Verbände sind der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) sowie BITKOM, der Branchenverband der IT- und Telekommunikationsunternehmen.

Batteriepass – Blaupause für digitale Produktpässe

Digitale Produktpässe (DPP) wie der 2027 in der EU verpflichtend eingeführte Batteriepass können zu einem Schlüssel für eine nachhaltige, transparente und souveräne Batteriewirtschaft werden. Im Batterie-Ökosystem erlangen Akteure mit dem Batteriepass Transparenz über alle Schritte der Wertschöpfungskette: angefangen bei der Lieferkette der eingesetzten Rohstoffe über die Produktion und die Nutzung bis hin zu Wiedernutzung und Recycling. Die Dokumentation setzt sich aufseiten der Verbraucherinnen und Verbraucher fort – und ermöglicht damit gut informierte, wirtschaftlich tragfähige Kaufentscheidungen.
Aufbauend auf dem technischen und inhaltlichen Leitfaden und dem Value Assessment, das erstmals die Mehrwerte des Batteriepasses bezifferte, konnte das Konsortialprojekt BatteryPass – Umsetzung einer neuen Generation digitaler Produkthandhabung 2025 gemeinsam mit der DIN mit dem Standard DIN DKE SPEC 99100 einen weiteren Meilenstein vorstellen: Der Standard definiert die Anforderungen an die Datenattribute, die der Batteriepass enthalten muss – und stellt damit Unternehmen eine praktische Anleitung zur Verfügung.
Im März 2025 haben die Konsortialpartner in Brüssel das Battery Pass Projekt abgeschlossen. Rund 150 Akteure aus Industrie, Politik und Wissenschaft konnten sich davon überzeugen, wie das Projekt Battery Pass Pionierarbeit für die Einsetzbarkeit digitaler Produktpässe geleistet hat. Auf der Hannover Messe konnten Besucherinnen und Besucher die Funktions- und Einsatzmöglichkeiten des Batteriepasses erleben. Möglich machten das ein Software-Demonstrator und ein 3D-Modell aus LEGO-Steinen (Haftungsausschluss: LEGO® ist eine Marke der LEGO-Unternehmensgruppe, die den Battery Pass-Demonstrator nicht sponsert, autorisiert oder unterstützt). An ihm ließ sich der Datenfluss entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette nachvollziehen.
HR-Kreis: HR als Schlüsselakteur für Wettbewerbsfähigkeit im Wandel von Arbeit und Wirtschaft

Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung wandeln die Arbeitswelt. Gleichzeitig setzen sinkende Wettbewerbsfähigkeit, eine starke globale Konkurrenz und der Fachkräftemangel hiesige Unternehmen unter Druck. In diesem von Umbrüchen geprägten Umfeld bildet der HR-Kreis eine fokussierte Dialogplattform zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Sozialpartnern und Politik: Er vereint aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungswerten führender Köpfe aus der betrieblichen HR-Praxis, ermöglicht einen Überblick über skalierbare Lösungsansätze und setzt Impulse zur arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Debatte.
Der im April 2025 von acatech veröffentlichte Politikbrief Ohne Arbeit geht es nicht definiert fünf Handlungsoptionen, um den Transformationsstau in der Arbeitswelt aufzulösen. Dazu zählen Optionen, die dem Tempo des Umbruchs gerecht werden: vereinfachte Regulierungen, mehr lokale Experimentierräume oder die strukturelle Modernisierung von Aus- und Weiterbildungen. Hinzu kommen produktivitätsfördernde Optionen wie ein beschleunigter Technologieeinsatz und Strategien zur Talentgewinnung und -förderung.
Diese und weitere Themen bestimmten auch die Veranstaltungen der Debattenreihe #FutureWorkDebatte. Dort diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verbänden Zukunftsfragen rund um die Arbeitswelt. Die #FutureWorkDebatte im Juli 2025 hat Potenziale agentenbasierter KI herausgearbeitet. Dazu gehören zusätzliche Wertschöpfung, Kostenreduktion, eine gesteigerte Kundenzufriedenheit und Produktivität. Die Wettbewerbsfähigkeit – als Zusammenspiel von technologischer Leistungsfähigkeit, Qualifizierung, Offenheit und politischem Gestaltungswillen – stand gleich mehrfach im Mittelpunkt der Debattenreihe: Im April ging es um die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich. Die Debatte im Februar fragte wenige Tage vor der Bundestagswahl: Führt Realismus zum erhofften Ruck für Wirtschaft und Arbeit? Welche Weichen muss die kommende Regierung für den Wirtschaftsstandort Deutschland stellen?

Zur Jahreskonferenz des HR-Kreises am 10. November begrüßten acatech Mitglied Katharina Hölzle und acatech Präsidiumsmitglied Frank Riemensperger führende Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Sozialpartnerschaft. Klare Zielbilder, ein beschleunigter Transfer von Wissen in marktfähige Innovationen und die Notwendigkeit einer ausgeprägten Innovationskultur: Das waren zentrale Anliegen der Konferenz und ihrer Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dabei standen auch die Rahmenbedingungen für eine positiv besetzte Kultur des Umsetzens und lebenslangen Lernens auf dem Prüfstand – und mit ihnen die wettbewerbsfördernden Leitplanken für Regulierung, Bildung und Qualifizierung. Die Jahreskonferenz machte deutlich, dass HR heute weit über eine administrative Rolle hinausgeht: Als Schnittstelle zwischen Strategie, Technologie und Mensch kommt ihr eine aktive und gestaltende Schlüsselrolle zu, damit Organisationen die Kompetenzen, Lernfähigkeit und Veränderungsbereitschaft aufbauen und kultivieren können – eine Grundlage für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit.
- BatteryPass Closing Event (nur Englisch)
- BatteryPass-Ready entwickelt Testumgebung für den Batteriepass
- Hannover Messe – Panel & Handover Session (nur Englisch)
- HR-Kreis Jahreskonferenz: mit doppelter Anstrengung zu neuer Wettbewerbsfähigkeit
- KI-Agenten im Aufbruch: autonome Systeme zwischen Hype und Anwendung
- #FutureWorkDebatte zur Wettbewerbsfähigkeit: mit konsequentem Handeln aus der Krise
- Path Cleared for the Battery Passport (nur Englisch)
- Praktische Anleitung: Neuer Standard hilft Unternehmen dabei, Anforderungen aus der EU-Batterieverordnung umzusetzen
- Rohstoffe für die Energiewende – woher, wieviel und zu welchem Preis?
- Schnelle Sprints, statt großer Ankündigungen: Führt Realismus zum erhofften Ruck für Wirtschaft und Arbeit?
- „Wir können Arbeit besser machen.“







