„Im Bereich der Forschung und Entwicklung wird sich entscheiden, wie die Zukunft unseres Landes und wie die Zukunft Europas aussehen wird: wie frei, wie wohlhabend, wie sicher wir leben werden können.“
Liebe Leserinnen und Leser,
nachhaltiges Wachstum durch Innovation: Für dieses Ziel arbeiten bei acatech Wissenschaft und Wirtschaft zusammen – faktenbasiert, neutral und gemeinwohlorientiert. Immer dringlicher wurden 2025 die Rufe nach mehr technologischen Innovationen für wirtschaftliches Wachstum und für eine prosperierende Gesellschaft ebenso wie für die Stärkung der Resilienz und Souveränität unseres Landes. Wissen schafft dafür Perspektiven, wenn daraus wirtschaftlich erfolgreiche Innovationen wachsen. Daran arbeiten wir.
Die Bundesregierung hat Innovation ins Zentrum ihres Handelns gestellt. Das machte Bundeskanzler Friedrich Merz auf der acatech Festveranstaltung im Oktober 2025 deutlich: „Im Bereich der Forschung und Entwicklung wird sich entscheiden, wie die Zukunft unseres Landes und wie die Zukunft Europas aussehen wird: wie frei, wie wohlhabend, wie sicher wir leben werden können.“ Er drückte sein Vertrauen in die Akademie und die Entwicklung von acatech aus, dafür den besten Rat aus Wissenschaft und Wirtschaft einzubringen.
Zuvorderst gilt es, die Innovationskraft unseres Landes auch freizusetzen. Gute Rahmenbedingungen für Innovation müssen das Wechselspiel zwischen wissenschaftlicher Exzellenz, wirtschaftlicher Umsetzung und gesellschaftlicher Akzeptanz stärken. Im Strategiekreis Technologie und Innovation führt der Bundeskanzler und sein Kabinett den Dialog mit Wirtschaft und Wissenschaft. Die inhaltliche wie organisatorische Vorbereitung dieses Beratungsgremiums hat die Bundesregierung an acatech übertragen. In unserem Jahresbericht dokumentieren wir die Arbeit dieses Kreises. Ergänzt wird dies durch Einblicke in unsere Studienreihe „Innovationssystem Deutschland“. Diese hat 2025 unter anderem Synergien zwischen ziviler und militärischer Forschung untersucht.
Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität erfordern eine erfolgreiche, selbstbestimmte Digitale Transformation. Wie sich Deutschland und die europäischen Partner in der Künstlichen Intelligenz aufstellen und ihre Stärken zur Erhöhung der Souveränität bündeln können, war eine Leitfrage unserer Plattform Lernende Systeme. Dort, aber auch im Forschungsbeirat Industrie 4.0 haben wir die Chancen Künstlicher Intelligenz für den Wirtschaftsstandort untersucht und Empfehlungen, Gestaltungsoptionen oder auch Roadmaps erarbeitet. Zusätzlich hat unsere Arbeitsgruppe „Mensch und Gesellschaft in der digitalen Transformation“ gesellschaftliche Gestaltungsansätze des digitalen Wandels formuliert.
Die KI und Digitalisierung ermöglichen eine nachhaltige Transformation des Wirtschaftsstandorts. Denn sie ermöglichen mit Daten-getriebenen Prozessen und mit der Vernetzung der Wertschöpfung auch eine umfassende Kreislaufwirtschaft. Damit lassen sich der Verbrauch an Ressourcen wie auch kritische Abhängigkeiten substanziell reduzieren. Am Beispiel digitaler Batteriepässe haben wir dies 2025 demonstriert und praktische Leitfäden erarbeitet.
Eine weitere Voraussetzung für die erfolgreiche Transformation liegt in der bezahlbaren und umweltverträglichen Versorgung mit Energie und Ressourcen. Es kommt dabei auf systemisch angelegte Veränderungen an – dieses Anliegen trägt die Initiative ESYS (Energiesysteme der Zukunft) schon im Namen. 2025 hat die Bundesregierung ESYS verstetigt. Bei ESYS und vertieft im Projektvorhaben FIRE (Forschungs- und Innovationsroadmap Fusionsenergie) haben wir das Potenzial der Fusionsenergie und den Weg zum Fusionskraftwerk untersucht. Einen im Hinblick auf Klimaschutz, aber auch auf Bezahlbarkeit zentralen Sektor hat unsere Plattform Bauen und Wohnen in den Blick genommen – in diesem Jahr werden dort Handlungsoptionen entstehen.
Umfassende Transformation prägt auch die Mobilität und Logistik – insbesondere durch die zunehmende Elektrifizierung und Automatisierung. Unser Mobilitätsmonitor untersucht auf Basis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage die Mobilitätsbedürfnisse und Zukunftswünsche der Menschen in unserem Land. Neue Ideen für das Zusammenspiel zwischen Raum- und Mobilitätsplanung entwickelt unser REMIX-Projekt (Responsible Mobility and Innovation). Synergien zwischen Space- und Non-Space-Innovationen haben wir im Rahmen der Aktivitäten unserer Innovationsplattform Bayern herausgearbeitet.
Ein wegweisender Brückenschlag zwischen Produktion, Logistik, Materialwissenschaften mit Forschenden aus Lebenswissenschaften und Gesundheit liefert der Impuls „Food Tech Made in Germany“. Innovationen in diesem Bereich können wachstumsstarke Industrien hervorbringen und gleichzeitig die Resilienz der Lebensmittelversorgung steigern.
Daten und Technologien spielen auch im Gesundheitswesen eine entscheidende Rolle. So hat unter der acatech Leitung eine gemeinsame Akademien-Arbeitsgruppe das enorme Potenzial der Daten-getriebenen Gesundheitsprävention am Beispiel der Demenzprävention herausgearbeitet.
Jede Transformation braucht gesellschaftlichen Rückhalt und internationale Partnerschaft. Wir widmen Gesellschaft und Dialog eine eigene Säule unserer Arbeit. Unser TechnikRadar erhebt dafür über repräsentative Umfragen die Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber technologischen Entwicklungen. Mit der Reihe acatech HORIZONTE bringen wir technologisches Wissen auf den Punkt – verständlich und faktenbasiert. 2025 haben wir an der Ausgabe zur Fusionsenergie gearbeitet, die im Juni 2026 erscheinen wird. Ebenso integral stärkt acatech die internationale Zusammenarbeit. 2025 vertieften wir bilaterale Kooperationen rund um den Globus und brachten uns über unser Brüsseler Büro in europäische Innovationspolitik ein. Ein besonderer Höhepunkt steht 2026 bevor: Im Rahmen unserer CAETS-Präsidentschaft empfangen wir die Mitgliedsakademien des weltweiten Akademienverbunds der Technik-Akademien zur CAETS Annual Conference 2026 in München.
In unseren Projekten rund um Datenräume und Datenökonomie oder auch des Projekts MISSION KI stehen konkrete Umsetzungen im Fokus. Datenrauminitiativen in den Bereichen Mobilität, Medien und Kultur sind bei uns angestoßen und bis zur Umsetzung entwickelt worden.
Wir beschließen unseren Rundgang durch den Jahresbericht mit einem herzlichen Dank: an Thomas Weber und Jan Wörner, die das Ruder der acatech Präsidentschaft 2025 und 2026 in unsere Hände gelegt haben: Sie haben sich in ganz besonderer Weise für acatech verdient gemacht. Vielen Dank Jan und Thomas!
Ebenso danken wir allen, die sich bei acatech engagieren und die unsere Arbeit begleiten: Aus der Zusammenarbeit und im Dialog entstehen gemeinsame Perspektiven, die unser Land in eine gute Zukunft bringen.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!
Ihre acatech Präsidentin und Ihr acatech Präsident

Prof. Dr. Claudia Eckert


Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h.
Siegfried Russwurm
